Feste Beziehung
1. Man gibt einen Teil seiner persönlichen Freiheit auf.
Am Wochenende einfach mal mit den Mädels weggehen, ohne sich bei irgendwem abmelden zu müssen – das war einmal. Ab jetzt heißt es:
„Ich gehe mit den Mädels in die Wunderbar.“
„Wann bist du zu Hause?“
„Das weiß ich noch nicht.“
„Auch nicht so ungefähr?“
„Nein. Vielleicht ziehen wie auch noch weiter.“
„Bist du nur mit den Mädels unterwegs?“
„Ja. Sagte ich doch bereits!“ …
Gewöhnen Sie sich schon mal dran!
2. In spätestens 6 Monaten werden Sie Probleme haben, in Ihre Lieblingshose rein zu passen.
Ja, ja! Die lieben Beziehungspfunde. Im Sommer isst man verliebt das dritte Eis des Tages und weil man der Liebsten ja nur Gutes tun will, wird immer lecker gekocht und noch viel fleißiger gegessen. Einladungen zum Essen häufen sich auch. Das legt sich aber nach einer gewissen Phase. Aber dann ist uns die Figur auch nicht mehr so wichtig, denn nun haben wir ja jemanden, der uns so liebt, wie wir sind. – Bis man in die zweite Hose nicht mehr rein kommt!
3. Flirten ist ab sofort tabu!
Und dabei hat gerade das doch immer so viel Spaß gemacht! Aber natürlich bricht Ihr Freund nicht in Jubel aus, wenn er eine Telefonnummer in Ihrer Jacke finden würde. Also Hände weg vom Frischfleisch!
4. Man hat zu wenig Zeit für sich.
Man steht zusammen auf, geht zusammen ins Bett, putzt sich zusammen die Zähne, kocht zusammen, verbringt die Abende zusammen, geht zusammen auf’s … Nein! Das geht jetzt zu weit. Und manchmal könnte auch der gemeinsame Abend ausfallen, weil man einfach mal Lust hat alleine zu sein und ein schönes Buch zu lesen und seinen Gedanken nachzuhängen. Aber versuchen Sie das mal Ihrem freund zu erklären. Diskussion vorprogrammiert!
5. Die Feierabend –Zeremonie.
Sie haben auf der Arbeit gerade ein echt wichtiges Projekt und müssen das bis Ende der Woche unbedingt fertig bekommen. Und sowas kommt nicht selten vor. Da Ihr Partner schon eine halbe Stunde vor Ihnen Feierabend hat, klingelt Punkt 18.00 Uhr das Telefon. Nach einer halben Stunde wird sich beschwert, warum man immer noch nicht zu Hause ist und 19.00 Uhr werden Sie im 15 Minuten Takt gestalkt. Am Ende überlegen Sie sich, ob Sie das Telefon nicht lieber ausschalten. Aber da Sie die Konsequenzen kennen, verabschieden Sie sich von dem Gedanken wieder!
Aber zugegeben: es gibt ja schon einen Gründe, warum man sich auf diese ganze Sache eingelassen hat. Eine feste Beziehung soll nämlich auch ein paar Vorteile haben:
1. Man kommt nach Hause und ist nicht allein. Da ist jemand, der fragt, wie es einem geht und wie der Tag war. Man kann seine Probleme diskutieren und loswerden, und auch aktiv am Leben des Partners teilnehmen. Da kann schon so etwas wie Geborgenheit und Zufriedenheit aufkommen.
2. Der Stressfaktor Date fällt weg.
Na klar macht Flirten Spaß, aber ein offizielles erstes Date kann schon recht anstrengend sein. Vor allem, wenn sich der hübsche Typ als Langweiler oder Egomane herausstellt. Aber am schlimmsten sind immer noch die Na-ihr-seid-ja-so-emanzipiert,-dann-könnt-ihr-auch-selbst-zahlen-Typen!!! Da kann man schon mal froh sein, dem zu entfliehen!
3. Man hat immer einen Ausgeh- und Freizeitpartner. Und zwar einen, mit dem man sich super versteht und mit dem man auf einer Wellenlänge liegt. Das nervige rum telefonieren bei Freunden hat sich hiermit erledigt.
4. Die drei berühmten Worte.
„Ich liebe dich!“ Das geht doch runter wie Öl! Wenn man das von seinem Partner hört und weiß, dass er das auch noch ernst meint, kann man sich wirklich glücklich schätzen. Noch mehr, wenn man der gleichen Meinung ist.
Wie Sie sehen, gibt es kein eindeutiges Ergebnis, obwohl ich anfangs schon von dem Unsinn einer festen Beziehung überzeugt war. Aber während der Reflexion mit diesem Thema bemerkte ich, dass an dem Sprichwort „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ doch was dran zu sein scheint…
